Friseurmeister versteigert seinen ersten Termin auf ebay!

Friseur Termine auf ebay? Na, klar! Für 3333,33 Euro inklusive Spenden

friseur-kunden-und-mitarbeiter-corona-scanner: Kunden & Mitarbeiter Scanner app für Friseure.

Ein starker Unternehmer ist kreativ und lösungsorientiert. In der Friseurbranche paart ein Meister kreatives Geschick mit Kopf und Herz. Andreas Nuissl setzt seine kreativen Mittel ein, um denen Gutes zu tun denen es noch viel schlechter geht. 3333,33 € auf ebay inklusive Spenden für einen Friseurtermin ist beeindruckend.

 
Wir haben im letzten Beitrag drei starke Frauen als Friseurmeisterinnen vorgestellt, die selbst während der Corona-Pandemie zielbewußt ihren eigenen Weg gehen. Heute möchten wir unsere Serie über Menschen mit Ideenreichtum und Weitblick mit einem starken Unternehmer, der ebenfalls Friseurmeister ist, ergänzen.
 
Andreas Nuissl besitzt in Bayreuth zwei Friseurgeschäfte, “Cutting Crew” in der Badstraße und “Hair Force One” in der Richard-Wagner Straße. Nachdem sich die Anfragen für den ersten Termin um 8:00 Uhr, nach dem letzten zehnwöchigen Lockdown häuften, hat sich Andreas Nuissl entschlossen den ersten Termin auf ebay für einen guten Zweck zu versteigern. 150 Anfragen hatte er im Vorfeld für diesen allerersten Öffnungstermin am 01. März 2021 nach der langen Schließungsphase und wollte niemanden benachteiligen. 422€ war dann ein überglücklicher Kunde letztendlich bereit, bei der ebay Auktion von Herrn Nuissl für diese “Pole-Position” auszugeben. Der Erlös der Spendenaktion ging an “Lacrima, Trauerbegleitung für Kinder und Jugendliche” und an die Tafel Bayreuth. Der Betrag konnte mit Hilfe von weiteren Spenden von Kunden und Freunden aufgerundet werden. 3333,33€ kamen insgesamt zusammen und konnten von Andreas Nuissl an die wohltätigen Einrichtungen übergeben werden.
Anläßlich dieser wunderbar menschlichen Aktion haben wir das Gespräch mit Andreas Nuissl gesucht und ein kleines Interview mit ihm geführt.
 
“Herr Nuissl, was können Sie Kollegen hinsichtlich ihrer eigenen Entwicklung raten?”
 
“Daß das so durch die Decke ging, habe ich nicht erwartet, vor allem, daß wir so viel Geld zusammenbekommen, das hätte ich nicht gedacht.
Ich würde heute jedem raten, seine Ideen, die er selber hat weiterzuführen und durchzusetzen und nicht von verschiedenen Anderen Ideen zu klauen und viele Sachen zusammenzusuchen, sondern wirklich an seiner eigenen Idee festzuhalten.  Weil das dann meistens schon funktioniert, das ist meine Erfahrung, die ich gemacht habe. Wenn man versucht viele Leute zu kopieren, kann man eigentlich nicht authentisch sein. Man muß einfach authentisch bleiben und wenn man eine gute Idee hat, dann muß man auch daran glauben und sich das nicht zerreden lassen  - von Niemandem.”
 
“Also ganz individuell bleiben?”
 
“Genau, genau.”
 
“Haben Sie schon ein nächstes Projekt?”
 
“Also momentan sind wir erstmal sehr glücklich, dass wir generell aufhaben dürfen, dass wir nicht geschlossen werden. Und das Nächste das auf uns alle zukommen wird ist ja dann diese ganze Testgeschichte mit den Kunden. Womit ich nicht so glücklich bin, ist die Kontakt Nachverfolgung. Also mein nächstes Projekt wird sein: Es gibt ja diese Luca App vom Smudo von den Phantastischen Vier, der hat die ja mitentwickelt. Und das versuche ich jetzt bei uns einzuführen in meinen zwei Friseur Geschäften. Ich hatte auch schon versucht das im Gesundheitsamt hier in Bayreuth anzustoßen. Es ist ja Gott sei Dank wohl jetzt so, daß Bayern diese Luca App gekauft hat. Aber die Gesundheitsämter müssen natürlich mit einer gewissen Software arbeiten und diese Software nennt sich “Sormas”, nur wenn die damit arbeiten ist die Kontakt Nachverfolgung auch gegeben. Ich habe einen Kollegen in Oelde, der Inhaber von vier Friseur Geschäften ist und der setzt die Luca App auch schon ein und ist im Pilotprojekt für sein dortiges Gesundheitsamt. Und das gleiche will ich hier bei mir machen.”

“Daß das so durch die Decke ging, habe ich nicht erwartet, vor allem, daß wir so viel Geld zusammenbekommen, das hätte ich nicht gedacht.”
  
“Und wenn man die Luca App nutzt, kann man dann ohne Test die Kunden bedienen?”

“Nein, das geht nicht, ohne Test kann man nicht kommen, aber die Luca App ist ja auf dem Handy und Sie haben dann einen QR Code. Sie melden sich im Geschäft quasi an, halten ihr Handy hin und sind dadurch in der Luca hiApp registriert. Sie setzen sich dann an den Bedienungsplatz, dann kommt, sagen wir mal, die Assistentin, die die Haare wäscht, die scannt sich natürlich auch ein an dem Platz ein und scannt sich, wenn sie fertig ist, wieder aus. Dann kommt der Friseur, der dann schneidet oder diejenige, die färbt und jeder scannt sich immer an dem Punkt ein, wo er gerade ist und immer genau auf die Kundin trifft. Jeder scannt sich ein und dann wieder aus und dadurch ist es gegeben, daß diese App speichert wer wo genau an welcher Stelle war im Salon. Wenn dann mal eine Nachverfolgung wäre oder wenn ein Kunde positiv gewesen sein sollte und das muß an das Gesundheitsamt gemeldet werden, kann das Gesundheitsamt auf diese Software zurückgreifen und sieht genau wer war die Kontaktperson Nummer Eins und wer hat am Kunden gearbeitet. Und Du bekommst als Friseur dann zwar die Nachricht, daß Du einen Kunden hattest, der positiv getestet wurde, aber Du bekommst keinen Namen, so daß der Datenschutz gewährleistet ist. Und das ist, glaube ich schon sehr, sehr gut.
Wir hatten mal einen Fall im Oktober nach dem ersten Lockdown, da ruft das Gesundheitsamt an und sagt: “Also Sie hatten einen positiv getesteten Kunden, der hat angegeben, er war um 17:00 Uhr bei Ihnen zum Haareschneiden. Und jetzt schließen wir Ihren Laden.” Da habe ich gesagt:” Da brauchen Sie nicht gleich meinen Laden zu schließen. Die Mitarbeiter mit Abstand von mehr als 1,50 Meter sind ja nicht Kontaktperson Nummer Eins. Es reicht doch, wenn die Kontaktperson Eins, die die Haare geschnitten hat, 14 Tage in Quarantäne geht. Und tatsächlich war es dann auch so. Ich habe mit dem Chef vom Gesundheitsamt telefoniert und wirklich nur eine Mitarbeiterin musste raus aus dem Geschäft für die 14 Tage Quarantäne ab dem Zeitpunkt wo sie ihn bedient hat. Und da denke ich, daß so eine App, die vielleicht länderübergreifend oder sogar bundesweit eingesetzt wird schon einen sehr guten Nutzen bietet, damit endlich die Friseure und auch die Gastronomie und alle anderen Geschäfte wieder aufmachen können, weil da die Nachverfolgung schon sehr sehr gut ist. Dieses Projekt will ich unterstützen und versuchen es hier in Bayreuth mit einzuführen.”
 
“Was möchten Sie nach Corona gerne tun?”
 
“Urlaub (lacht). Nein, ich glaube es wird kein “Nach Corona” geben, ich glaube, wir werden damit leben müssen wie mit der Grippe auch. Ich hoffe, daß die Impfungen relativ schnell durchgehen, daß man zumindest geschützt ist oder daß die Krankheit bei einem selber nicht so stark ausbricht. Und was werde ich nach Corona tun? Also ich möchte auf jeden Fall nach Corona viele Sachen, die wir im Geschäft eingeführt haben, behalten. Also die ganzen Desinfektionsschutzmaßnahmen, die Abtrennungen und die Sicherheitsvorkehrungen oder diese Luftreinigungsgeschichten, das möchte ich auf jeden Fall behalten. Ich finde Corona hat uns auch eine Chance gegeben die Geschäftsmodelle mal zu überdenken und noch sicherer für die Kunden da zu sein und auch noch sicherer zu arbeiten. Aber ich glaube nicht, das es vorbeigehen wird zumindest nicht in der nächsten Zeit. Ich hoffe auf ein einigermaßen normales Leben, ich würde einfach gerne mal wieder eine Brotzeit essen in einem Biergarten oder mich auch mit mehreren Freunden einfach mal wieder treffen.”
 
“Danach sehnen wir uns alle. Herr Nuissl, vielen Dank für das Gespräch.”

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