Friseurausbildung während Corona - Prüfung in der Pandemie

Friseure zweiter Klasse? Der Abschlussjahrgang 2021 geht in die Prüfungen.

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In vielen Bundesländern starten dieser Tage die Abschlussprüfungen der Handwerksberufe. So beginnt derzeit in Niedersachsen und NRW für Friseur Auszubildende der Endspurt ihrer Ausbildung. In beiden Bundesländern finden die Abschlussprüfungen im Monat Mai statt.

Die angehenden Friseure hatten es während ihrer Ausbildung nicht leicht. Distanz Unterricht in der Berufsschule, Wechsel Unterricht und Online Lernen waren für die Abschlussklassen in diesem Jahr vielerorts pandemiebedingt die Regel. Durch längere Lockdown Phasen hatten die Auszubildenden auch weniger Gelegenheit ihre praktischen Kenntnisse zu vertiefen, weil der Kundenkontakt vollständig wegfiel.
In der Politik werden immer wieder Befürchtungen formuliert, daß die angehenden Friseurgesellen/innen als “Corona-Jahrgang” abgestempelt werden könnten. Mit diesem Stigma ginge eine qualitativ minderwertige Ausbildung einher, die den jungen Menschen eventuelle Nachteile auf dem Arbeitsmarkt gegenüber Friseurgesellen/innen aus “normalen Jahrgängen” bescheren könnte.
Doch die Sprecher der Handwerkskammern sind zuversichtlich, daß die Prüfungen und auch die Ergebnisse sich wie in der Vergangenheit gestalten werden, da die Inhalte dieselben sind, wie in den vergangenen Jahren und nichts gestrichen wird. Timo Weise, IHK- Abteilungsleiter für Ostfriesland und Papenburg, sieht gegenüber oz-online.de am 22.April 2021 zuversichtlich in die Zukunft und ist sich sicher, daß die Auszubildenden trotz aller HIndernisse gute Ergebnisse erzielen werden.
Während der Lockdowns wurden den Auszubildenden über ihre Betriebe Hilfsangebote gemacht, die sie für ihre berufliche Zukunft wappnen sollten. Beispielsweise boten Betriebe ihren Lehrlingen an, sich an berufsschulfreien Tagen mit ihren Ausbildern im Salon zu treffen und unter deren exklusiver Aufsicht einzelne Fachsegmente, wie Färben, Lockenwickler eindrehen, sowie Damen.- und Herrenhaarschnitte, zu üben. Die Übungseinheiten fanden an Perückenköpfen statt und unter Einhaltung sämtlicher Hygieneregeln. Sicherlich bot das Üben mit dem Kunsthaar einer Perücke nicht die gleiche Vielseitigkeit wie Üben am “echten Modell”, doch war es über diesen Weg möglich, die Strukturen des Arbeitsalltags für die Azubis aufrecht zu erhalten.
Harald Esser, Präsident des Zentralverbands des Deutschen Friseurhandwerks, sagte gegenüber dem handwerksblatt.de in einem Interview am 01. März 2021, daß die Auszubildenden die größtmögliche Unterstützung durch ihre Betriebe erfahren haben. Der tägliche Kontakt zu und der Austausch mit den Auszubildenden wurde von den Ausbildern konstant aufrechterhalten. Es gab Übungsmaterialien, sowie Arbeitsaufträge von den Betrieben und die praktischen Arbeiten der Auszubildenden wurden von den Ausbildern täglich bewertet. Selbstverständlich wurden diese auch mit Tipps und Tricks versorgt, die ihnen im Berufsalltag nützlich sind.
Gegenüber dem Friseurberuf zeichnet sich eine neue Wertschätzung ab, da der Verbraucher lt. Harald Esser im Interview gegenüber dem handwerksblatt.de am 01.März 2021: ”erkannt habe, wie wichtig der Friseur sei”. Auch bei der Handwerkskammer in Oberbayern ist, lt. BR24 am 10. März 2021, diese neue Anerkennung für den Friseurberuf spürbar. Im Gegensatz zu früheren Jahren, die oft gänzlich ohne eine einzige Bewerbung blieben, ist heute das Interesse und die Beliebtheit des Friseurberufs vor allem bei jungen Mädchen, spürbar.
Die neue Tendenz zur Wertschätzung und Anerkennung in der Bevölkerung wird die Friseur Auszubildenden der Abschlussklassen, kurz vor ihrer Gesellenprüfung, sicherlich noch einmal zusätzlich motivieren bei ihren Prüfungen bestmöglich abzuschneiden.
Auch wenn es nicht die einfachste Zeit für ihre Ausbildung gewesen ist, so zeigt sich schon jetzt, daß die Friseur Auszubildenden alles andere als Friseure zweiter Klasse sind. Sie konnten bereits während der Monate im Lockdown beweisen, daß sie flexibel mit neuen und außergewöhnlichen Situationen umgehen können. Noch dazu haben sie bisher beharrlich an der Vertiefung ihrer Fachkenntnisse gearbeitet. Auch im Fall der Gesellenprüfung, werden sie dieses verinnerlichte Wissen abrufen und bestens präsentieren können. Die zukünftigen Friseure des Jahrgangs 2021 werden sich als Jahrgang der Spitzenklasse behaupten.

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