Haarteile

HaarteileDie Geschichte der Perücken und Haarteile geht zurück bis in das alte Ägypten. Bereits 2000 Jahre v. Chr. trugen sowohl Männer als auch Frauen ausladende Haarteile oder Perücken. Etwas später, Im alten Griechenland, waren Haarteile und Perücken ebenso beliebt, wie auch bei den Vertretern des römischen Reichs.
Auch mit dem Beginn des 17. Jahrhunderts, zur Zeit des frühen Barock wurden Perücken eingesetzt, allerdings hauptsächlich unter dem Aspekt, den Kopf warm zu halten. Des weiteren wollte man Haarausfall bis hin zur Kahlköpfigkeit, verursacht von der damals weit verbreiteten Geschlechtskrankheit, Syphilis, verbergen.
Durch Ludwig XIV., der selbst sehr spärliches Haar hatte und deshalb gerne Perücken trug, wurde die Perücke gesellschaftsfähig und war in der höfischen Gesellschaft schon bald ein unverzichtbares Statussymbol und ein modisches Accessoire.
Im 18. Jahrhundert trug man mit Mehl bestäubte, weiß gepuderte kleinere Perücken und Haarteile mit überwiegend horizontal angeordneten Locken. Diese Modelle waren aus Roßhaar, Ziegenhaar oder Flachs angefertigt. Im alten Preußen wurde von 1698 bis 1717 sogar eine Perückensteuer für das Tragen von Perücken erhoben. Perücken waren ausschließlich den oberen Gesellschaftsschichten vorbehalten. Bauern und Handwerker durften per Gesetz keine Perücken tragen, ebenso wie die Armen, der unteren Gesellschaftsschicht zugehörigen Menschen.
Die Französische Revolution veränderte die Tragegewohnheiten für Perücken dahingehend, daß sie nur noch von juristischen Amtsinhabern im Zusammenhang mit den jeweiligen Roben zur Rechtsprechung getragen wurden. In der Biedermeierzeit, von 1815 bis 1848, wurden für die Gestaltung der sehr kunstvollen Damenfrisuren hauptsächlich opulente Haarteile benutzt.
Heute gibt es Haarteile und Perücken aus Kunsthaar, aber auch aus Echthaar. Kunsthaarteile sind vergleichsweise preisgünstig und in vielen verschiedenen Farben und Strukturen, glatt, gewellt oder gelockt erhältlich. Bei den Echthaarprodukten ist besonders indisches Haar für den europäischen Markt sehr beliebt, da es sich aufgrund seiner Struktur gut zu europäischen Frisuren verarbeiten läßt. Asiatisches Haar wird häufig bei Echt-Haarteilen mit indischem Haar vermischt. Das asiatische Haar läßt sich sehr gut aufhellen und wird daher für Haarteile in Blondtönen bevorzugt. Menschliches Haar gilt als einer der teuersten Rohstoffe auf dem Weltmarkt.
Die Gründe für das Tragen von Perücken oder Haarteilen sind so vielfältig wie das Angebot. Mancher trägt sie aus gesundheitlichen Gründen nach Operationen oder nach einer Anwendung von Chemotherapie. Andere wiederum vervollkommnen mit Haarteilen ihr Erscheinungsbild bei festlichen Anlässen. In jedem Fall ist eine sofortige Typveränderung möglich.
Haarteile können als Extensions, d. h. als Haarverlängerungen, getragen werden, aber auch als Haarverdichter mit Auffüll-Effekten. Die Haarteile werden mit Gummiband, z. B. beim Zopf oder Pferdeschwanz oder mit Clips am eigenen Haar befestigt. Je ähnlicher der Farbton und die Struktur zum Eigenhaar, desto perfekter ist die Täuschung. Auch das Einflechten ist eine Möglichkeit zum Anbringen von Haarteilen auf dem Kopf.
Es gibt auch die Möglichkeit Haarteile dauerhaft mit Klebestreifen oder Tressen am Eigenhaar einzuarbeiten. Tressen sind lose Haare, die zu breiten Bändern zusammengenäht werden und mit Hilfe von Microringen in das eigene Haar eingearbeitet werden. Zur dauerhaften Einarbeitung werden Thermoklebstoffe oder Wachse erhitzt um das Eigenhaar mit den Haarteilen zu verbinden. Es gibt auch das Verfahren mit Ultraschall, bei dem Keratinplättchen kurzzeitig erwärmt werden um die Haarteile zu befestigen. Dauerhaft eingearbeitete Extensions bedürfen einer besonderen Pflege. Einige Regeln sollten unbedingt beachtet werden, damit dieser aufwendige Prozeß möglichst lange hält und das Haar dabei gepflegt aussieht. Es wird empfohlen das Haar zweimal wöchentlich in senkrechtem Zustand, also nicht über Kopf, zu waschen. Es ist wichtig die Verbindungsstellen dabei möglichst wenig zu belasten.
Alkoholhaltige Pflegeprodukte sind ebenso zu vermeiden, wie Haarbürsten mit eng stehenden Noppen. Es empfiehlt sich sogar nicht mit offenem Haar, sondern stets mit hochgebundenem zusammengenommenem Haar zu schlafen.
Wem dies zu aufwendig ist, der kann auf die Clipmethode zurückgreifen, bei der die Haarteile, echt oder Kunsthaar, vor dem Schlafengehen oder zu jedem anderen beliebigen Zeitpunkt einfach entfernt werden können.

Newsletter

Abonnieren Sie den kostenlosen Newsletter und verpassen Sie keine Neuigkeit oder Aktion mehr von Friseureinrichtung-de .